PostDoc-Projekt
Animation, Dokumentation, Demonstration

Das Projekt widmet sich dem Zusammenhang von Animation, Dokumentation und Demonstration. Ergänzend zu innerhalb der Animationsforschung spätestens seit den 1990er Jahren geführten Debatten um den dokumentarischen Animationsfilm, die die Frage nach Realitätsbezügen von Animation vorrangig unter dem Schlagwort der „Animated Documentary“ (Honess Roe 2013) verhandeln und vor allem auf inhaltlich-thematischer und repräsentationaler Ebene ansetzen (Inwiefern kann Animation etwas dokumentieren?), interessiert mich die Art und Weise, in der Animation ihre eigene Entstehung und Gemachtheit ausstellt oder diese Thema und Gegenstand medialer Reflexion wird (Inwiefern wird Animation dokumentiert?). In den Blick geraten so Prozesse, Operationen, Praktiken und Formate, die illustrieren, erklären, offenlegen, vorzeigen und betonen, wie (aktuell vor allem digitale) animierte Bewegtbildlichkeit entsteht, stattfindet und ‚real(isiert)‘ wird. Neben der Dokumentation von Animationstechniken (etwa in Form von Making-ofs, Lehr- und Erklärvideos oder Tutorials), gehört eine zweite, komplementäre Form des ‚Bildbeweises‘ zur Entwicklung und Etablierung dieser Techniken hinzu, nämlich die Demonstration (etwa in Form von Tech-Demos auf CGI-Konferenzen oder Gaming-Conventions). Dieses Verhältnis von digital-grafischer Filmbildtechnik (Animation) zu Prozessen ihrer Produktion, Etablierung, Verhandlung und Reflexion (Dokumentieren und Demonstrieren) erscheint als produktiver Einsatzpunkt für die Erforschung dessen, was entgegen des filmwissenschaftlichen Fokus auf die Digitalisierung des Filmbildes (wie sie den postkinematografischen Diskurs durchzieht) als eine Untersuchung ‚filmischer Digitalität‘ bezeichnen könnte, also der Formate und Kontexte, in denen Digitalität als etwas Filmisches erscheint und fassbar wird.

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Dissertationsprojekt
DAS AUDIOVIDUUM – Eine Diskursgeschichte des Anthropomorphen und Anthropophonen in audiovisuellen Medien

Das Projekt widmet sich der Frage, inwiefern Menschenmotive in audiovisuellen Medien einen besonderen Stellenwert innerhalb medienwissenschaftlicher Theoriebildung einnehmen. Dazu wirft es einen Blick auf aktuelle und historische Debatten zur Kopplung von Mensch und Medium und entwickelt vor diesem theoretischen Hintergrund das Konzept des „Audioviduums“ (als Kurzform für Audio-Video-Individuum), ein heuristisches Begriffsinstrument, das es erlaubt, die Frage nach dem Menschen als Motiv audiovisueller Medien als Motiv der Medientheorie terminologisch zu verdichten und methodisch, gegenständlich und theoretisch zu konkretisieren. Die zentrale These lautet dabei, dass sich vorrangig im Zuge der Thematisierung filmischer und funkischer Menschenmotive zu Beginn des 20. Jahrhunderts so etwas wie ein medientheoretischer Diskurs ausbildet, weil in der argumentativen Unterscheidung, dem Abgleich und der Relationierung von Mensch (als Motiv) und neuer Bild- und/oder Tontechnik (als Medium) Medialität erst als solche zum Vorschein kommt.
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen medienwissenschaftlichen Debatten um die Verhältnisse und Verschränkungen von Mensch und Medium eine theoriehistorische Analytik hinzuzufügen, die mit dem Audioviduum eine spezifische Kopplung dieser materiellen wie diskursiven Ebenen in den Blick zu nehmen erlaubt. Der Begriff bezeichnet hier einerseits die konkrete Verschmelzung von Medium und Mensch im Modus anthropomorpher und anthropophoner Audiovisualität und ebenso dessen Relevanz für die Medientheoriegenese (hier exemplarisch: der 1910er bis 1930er Jahre). Das Audioviduum macht damit ein materielles wie argumentatives Kristallisationsmoment erkennbar, an dem die Individualität und Audiovisualität des Menschen und des Mediums medientheoretisches Denken freisetzen.

Publikation 2021 im transcript-Verlag

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Buch-Projekt
NONLINEARE NARRATION IM FILM

Das Projekt, das aus meiner Master-Arbeit hervorgegangen ist, befasst sich mit einer Reihe aktueller Spielfilme, die sich durch einen kreativen und unkonventionellen Umgang mit der Zeitlichkeit und Chronologie ihrer Geschichten auszeichnen (z.B. 21 GRAMS, BABEL, INCEPTION, ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND, MEMENTO, 11:14, (500) DAYS OF SUMMER). Entlang der Analyse dieser und weiterer Filmbeispiele, wird ein Kategoriensystem entwickelt, das die Einordnung der Erzähllogiken solcher Filme in ein übergeordnetes System ermöglicht und damit zur Definition und differenzierteren Betrachtung des Phänomens der nonlinearen Narration beiträgt. Zudem erfolgt ein kurzer Ausblick auf medienwissenschaftliche und kulturphilosophische Konzepte, die das achronologische Erzählen im Diskurs um eine mögliche (postmoderne) Krise der Linearität verorten. 

Publikation 2012 im Schüren-Verlag

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